Harninkontinenz

Harninkontinenz

Was ist Harninkontinenz?

Seit wir aus den Windeln herausgewachsen sind, ist er eine Selbstverständlichkeit für uns: Der kontrollierte Gang zur Toilette. Dass er gar nicht so selbstverständlich ist, spüren wir erst, wenn der Urin plötzlich im Slip landet. Diesen unkontrollierten Harnabgang nennt man Harninkontinenz. Das Problem tritt in unterschiedlichen Schweregraden auf. Stark harninkontinente Menschen geraten häufig ins soziale Abseits, weil sie sich auf Grund ihrer Blasenschwäche immer weiter isolieren.

Harninkontinenz tritt in jedem Lebensalter auf. Doch mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Erkrankung deutlich. Dabei sind ältere Frauen häufiger davon betroffen als ältere Männer.

Diagnose

Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihrem Arzt Ihr Leiden ganz genau schildern. Schamgefühle sind fehl am Platz, auch wenn es um ein sehr intimes Thema geht. Der Arzt fragt nicht aus persönlicher Neugier. Er braucht Informationen, um eine exakte Diagnose stellen zu können. Deswegen wird er sich auch über die Vorgeschichte Ihrer Erkrankung erkundigen, eine so genannte Anamnese erheben. Danach entscheidet er über die weiteren Untersuchungen.

Üblicherweise werden nach einer gynäkologischen Untersuchung die harnableitenden Organe in Augenschein genommen. Hierzu gehört zum Beispiel eine Blasenspiegelung. Um Harnwegsinfektionen auszuschließen, muss eine Urinprobe auf Bakterien geprüft werden. Eventuell wird eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen oder die Harnröhre katheterisiert, um zu klären, ob und wie viel Restharn nach dem Wasserlassen in der Harnblase verbleibt.

Mit Spezialuntersuchungen wie Urodynamik oder Uroflowmetrie schließlich lässt sich der Blasendruck während des Urinierens beziehungsweise der Harnfluss im entspannten Zustand oder beim Pressen messen.

Sobald eine klare Diagnose vorliegt, kann über eine sinnvolle Therapie entschieden werden. Sie sollte individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt sein.

Was kan ich selbst tun?

Eine gute Beckenbodenmuskulatur ist das beste Mittel gegen Inkontinenz. Also sollten Sie sie trainieren  und zwar regelmäßig! Die Übungen sind nicht schwer, wie Ihnen folgende Beispiele zeigen:

  • Versuchen Sie, die Muskeln des Beckenbodens anzuspannen, wenn Sie urinieren, um den Harnstrahl einen Augenblick zu unterbrechen.
  • Oder führen Sie einen oder zwei Finger in die Scheide ein. Kneifen Sie nun die Muskulatur zusammen und lassen dann wieder locker.
  • Es dauert eine gewisse Zeit, bis Sie ein Gefühl dafür bekommen, welche Muskeln Sie anspannen müssen. Haben Sie das jedoch erst einmal begriffen, dann können Sie die Übung erweitern: Zählen Sie langsam bis zehn, während Sie stärker und stärker zusammenkneifen. Entspannen Sie nun. Zählen Sie dabei wieder bis zehn. Wiederholen Sie die Übung über den Tag verteilt so oft, wie Sie können
 
Tipp: Erlernen Sie die Übungen am besten unter fachkundiger Anleitung, damit Sie künftig gezielt die richtigen Muskeln trainieren. Kurse bieten unter anderem Krankengymnastinnen und Hebammen an.
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